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    <title>Limmerstr. : Rubrik:Draußen</title>
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    <dc:publisher>svennov</dc:publisher>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
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    <title>Limmerstr.</title>
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  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5836188/">
    <title>Eine Leserin weniger für das Limmerstraßenblog</title>
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    <description>Es war ja abzusehen. Aber trotzdem wollte es niemand wahrhaben. Die Ärzte gaben ihr noch 18 Monate. Ich überlegte, eine Sterbegeldversicherung (ohne Gesundheitsprüfung selbstverständlich) über 12.500 Euro für sie abzuschließen, brachte es aber nicht übers Herz, weil ich bis zuletzt hoffte, dass sie wieder gesund würde. Drei Wochen vor ihrem Tod füllte ich den Antrag aus. Und zerriss ihn einen Tag danach wieder. Trotzdem: aus 18 sind fast 24 Monate geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Monate vor ihrem Tod sprach sie mich an und zeigte sich entrüstet über meine &lt;a href=&quot;http://limmerstr.twoday.net/stories/5382758/&quot;&gt;Lampenölerfahrungen&lt;/a&gt;, die &lt;a href=&quot;http://limmerstr.twoday.net/stories/5422122/&quot;&gt;Blut-und-Sperma-Geschichte&lt;/a&gt; und einige &lt;a href=&quot;http://limmerstr.twoday.net/stories/5385798/&quot;&gt;weitere &lt;/a&gt;alltägliche Begebenheiten aus der Limmerstraße. Wobei sie auch einiges missverstanden hat. &lt;br /&gt;
Ich weiß bis heute nicht, wie sie von meinem Blog erfuhr, ihr Interesse war mir suspekt, ich fühlte mich irgendwie ausspioniert, so dass ich sofort den Zugriff auf diese Seite in ihrem Browser sperrte. Was mir natürlich sofort einen bissigen Kommentar von ihrer Seite einbrachte. Trotzdem versprach ich ihr, dass ich in Zukunft auf Lampenöl verzichten und versuchen werde, regelmäßig zu essen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn es mir damals noch nicht klar war: Meine Mutter war die wichtigste Leserin dieses Weblogs.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-27T17:49:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5647030/">
    <title>Schützenfest</title>
    <link>http://limmerstr.twoday.net/stories/5647030/</link>
    <description>&quot;Schnell sein, dabei sein, Gewinne, Gewinne, Gewinne, Gewinne, Gewinne...&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich fing dieser sommerliche Tag wunderbar an: Sonnenschein, schöne Menschen auf der Limmerstr., eine gute Flasche Chardonnay nach Feierabend und die großartige Perspektive mit der Linden-Sekte in den menschlichen Zoo aka &lt;strike&gt;Proleten &lt;/strike&gt;Schützenfest zu gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz nachdem uns das Taxi auf den Festplatz der Landeshauptstadt ausgespuckt hat wußte ich, warum ich mir dieses Programm nur einmal im Jahr antue. Soweit das Auge reicht sah ich nur schlechtaussehende, schlechtgekleidete Menschen, jugendliche Intensivtäter, Komasaufkinder und schnurrbarttragende Losverkäufer mit Kurzarmhemden, welche zu grottoider Musik  den Schützenfestbesuchern für einen überteuerten Preis riesige Sponge-Bobs oder andere wahrscheinlich in Kinderarbeit gefertigten &quot;Hauptgewinne&quot; verkauften. &lt;br /&gt;
Am schlimmsten allerdings empfand ich das geballte Auftreten von adipösen Menschen, meistens in Begleitung von hochkalorischen Speisen, allerdings in Kombination mit einer Cola light, wahrscheinlich, weil man mal auf RTL2 eine Reportage gesehen hat und seitdem auf seine &quot;schlanke Linie&quot; zu achten versucht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl ich sonst kein Freund staatlicher Reglementierungen bin, finde ich, dass man dieses geballte Zentrum optischer und akkustischer Umweltverschmutzung einzäunen und als Zutrittskriterium eine gewisse geistige Reife verlangen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann im Laufe des Abends wurde noch &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Gehlen&quot;&gt;Arnold Gehlens&lt;/a&gt; Theorie des Mängelwesens zitiert: Der Mensch sei von Natur aus mangelhaft an seine Umwelt angepasst, doch besitze er durch seine &quot;Weltoffenheit&quot; die Möglichkeit, selbige an seine Bedürfnisse anzupassen. &lt;br /&gt;
Was ja nichts anderes als die Geburt der Kultur ist. In Anbetracht des kulturellen Defizits auf dem Schützenfest fielen zu diesem Thema noch die Worte &quot;menschliche Müllhalde&quot;, was, so schlimm, wie es sich auch anhört, leider empirisch bewiesen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem wir mit dem eigentlichen Grund unseres Besuches begonnen haben, dem Trinken von &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCttje_Lage&quot;&gt;Lüttjen Lagen&lt;/a&gt;, vergaß ich schnell die visuelle und akustische Umweltverschmutzung um mich herum. &lt;br /&gt;
Pünktlich um 23.00 gingen überall die Lichter aus. War ja schließlich Familientag. Plötzlich sahen wir uns mit einer pöbelnden Bierstandbesitzerin konfrontiert, die sich darüber echauffierte, dass unsere spanischen Gäste mitgebrachtes Bier tranken. Unabhängig davon, dass wir ihre einzigen (zahlenden) Gäste an diesem Abend waren, die sicherlich 60 Euro in Lüttje Lagen investiert haben, hielt sie uns vor, dass das eine Frechheit sei und forderte uns auf, &quot;Eure Flaschen mitzunehmen&quot;. Mein höfliches, deeskalierendes Angebot, dass &quot;Sie den Pfandwert behalten dürfen&quot; schien sie nicht mehr wahrgenommen zu haben.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-24T13:06:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5375776/">
    <title>Schlafen kannst Du, wenn Du tot bist</title>
    <link>http://limmerstr.twoday.net/stories/5375776/</link>
    <description>Vor einiger Zeit verbrachte ich meinen Urlaub in Miami, ich glaube, dass war sogar noch bevor ich Christoph Daum in sein Exil flüchten sah, da ich Daum bei Lufthansa getroffen habe während sich dieses Erlebnis auf Continental Airlines bezieht. Nach einer Zwischenlandung in Newark sollte es mit einer alten 727 nach Miami weitergehen, doch nach dem Anlassen der Triebwerke drang schwarzer Rauch aus denselben. Mittlerweile war ich schon gut 22 Stunden auf den Beinen, so dass sich erste Ausfallerscheinungen bei mir bemerkbar machten: Ein Teller der Kette sbarro fing auf einmal an, in einer Mischung aus italienisch und englisch auf mich einzureden; auch nach dem Boarding wurde es nicht besser, weil mir dort eine Continental-Airlines-Serviette Zitate von Goebbels zuzuflüstern versuchte. Und das mit sehr starkem amerikanischen Akzent . Es dauerte noch ein paar Stunden, bis sich das Flugzeug Richtung taxiway bewegte, vorher machten mehrere Passagiere ihrem Ärger Luft und verließen das Flugzeug, was das Karma an Bord nicht unbedingt verbesserte. &lt;br /&gt;
Plötzlich war ich der Meinung, dass ich schon bald schlafen kann, weil ich nämlich bald tot sein werde wenn dieses rostige Stück Metall aka Boeing 727 nämlich beim Start in seine Einzelteile zerfallen wird. Tatsächlich konnte ich schlafen. Und war verwundert, als ich mich ein paar Stunden später in Florida wiederfand.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-13T07:47:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5390165/">
    <title>Berlin-Limmerstr.-Amsterdam</title>
    <link>http://limmerstr.twoday.net/stories/5390165/</link>
    <description>Eigentlich wollte ich wieder einen Pornofilm in Berlin drehen, doch bekam ich erst auf dem Weg mit, dass das &lt;a href=&quot;http://www.cum2cut.net/en/index.php&quot;&gt;Berlin-Indie-Porn-Short-Movies-Festival&lt;/a&gt; unter anderen Bedingungen stattfinden wird, was leider ausschloss, dass wir einen Film ad hoc am Wochenende produzieren konnten, der am Montag vor Publikum gezeigt wurde. Stattdessen verbrachte ich die Nacht größtenteils im Taxi zwischen irgendwelchen Clubs und belanglosen Privatpartys, auf denen gelangweilte Hipster herumstanden. Nachdem unser Plan, das Macbook der Gastgeberin zu klauen daran scheiterte, dass ich mich weigerte, es in einer Aldi-Tüte abzutransportieren, und unsere Pöbeleien gegen die affektieren Partygäste auch keinen überwältigenden Spaß mehr machten, entschieden wir uns, den Auftritt von Mr. Oizo anzuschauen. Nachdem mir auf der Toilette eine Kombination aus  Blowjob und drittklassigen Drogen von einem Kerl angeboten wurde, hatte ich das starke Bedürfnis, die Lokalität mit meiner erstklassigen Begleitung zu verlassen. &lt;br /&gt;
Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Auto wieder zurück in die Limmerstr. An einer Tankstelle nahmen wir zwei Backpackerinnen aus den USA und Australien mit, welche das gleiche Ziel hatten. &lt;br /&gt;
Eigentlich wollten sie nach Amsterdam, doch wurden sie anscheinend von allen Vorbeifahrenden aufgrund ihres hippiesken Reiseziels ausgelacht, weswegen sie sich dann umentschieden haben. Nach der Ankunft organisierte ich Pizza, Bier und Futurama-DVDs für die Gäste und bot ihnen, in Ermangelung einer Schlafgelegenheit, meinen Flokati im Wohnzimmer an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zehn Tage später fand ich mich in einem großartigen, fast schon surrealistischen &lt;a href=&quot;http://www.bedcoffee.nl/&quot;&gt;Hostel&lt;/a&gt; in Amsterdam wieder. Und neben mir saßen die beiden Übernachtungsgäste. Diesmal haben sie Pizza und Bier besorgt.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-06T16:19:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5846289/">
    <title>Zum zivilen Ungehorsam im öffentlichen Raum</title>
    <link>http://limmerstr.twoday.net/stories/5846289/</link>
    <description>Nachdem die Teilnehmer der sogennanten &lt;a href=&quot;http://botellonhannover.wordpress.com/&quot;&gt;Botellón &lt;/a&gt;in Hannover-Linden immer wieder von Polizeifahrzeugen umkreist wurden, teilweise von Polizisten Platzverweise erhielten und einmal eine in diesem Zusammenhang in der hannoverschen U-Bahn stattfindende Veranstaltung durch die Polizei &lt;a href=&quot;http://limmerstr.twoday.net/stories/5368257/&quot;&gt;geräumt &lt;/a&gt;wurde, scheint die staatliche Repression gegenüber unorganisierten und unpolitischen Nutzungen des öffentlichen Raumes weiterzugehen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rave, der letztes Wochenende auf der &lt;a href=&quot;http://www.nordstadt-online.de/info/sights/dornroes.htm&quot;&gt;Dornröschenbrücke &lt;/a&gt; zwischen Linden und Nordstadt stattgefunden hat, wurde durch ein massives Polizeiaufgebot vorzeitig beendet. Wie bei den Botellón-Aktionen gab es keinerlei offizielle Berichterstattung über die Aktionen: Weder durch die Pressestelle der Polizei, noch durch die Tageszeitungen. Vermutlich will man keine Nachahmer anstiften und sich der aus der Berichterstattung resultierenden Diskussion über die Nutzung des öffentlichen Raumes entziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fall aus Braunschweig zeigt, wie es auch gehen kann: &lt;br /&gt;
Ein dort über eine StudiVZ-Gruppe geplantes, flashmobartiges Picknick wurde von den Behörden verboten. Mit der Begründung, dass der öffentliche Raum nur dazu gedacht sei, um von A nach B zu kommen. Anders als andere Gruppen haben die Initiatoren die &lt;a href=&quot;http://de.indymedia.org/2009/07/256867.shtml&quot;&gt;Öffentlichkeit &lt;/a&gt;gesucht, um von ihrem Fall zu berichten. Das Ergebnis davon ist, dass viele &lt;a href=&quot;http://www.nerdcore.de/wp/2009/07/25/braunschweig-verbietet-flashmobs/&quot;&gt;Blogger &lt;/a&gt;und &lt;a href=&quot;http://twitter.com/#search?q=braunschweig%20kein%20picknick&quot;&gt;Twitterer &lt;/a&gt;nun den Aufruf verbreiten, dass am 8.8.2009 zwischen 16.00 und 18.00 Uhr KEIN Picknick auf dem Braunschweiger Schlossplatz stattfinde und jetzt schon in den &quot;klassischen&quot; Massenmedien über den Fall berichtet wird (Vgl.: &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,638616,00.html&quot;&gt;1&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/online/2009/31/flashmob-braunschweig-sylt&quot;&gt;2&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;http://www.focus.de/digital/internet/tid-14999/spontanparty-flashmob-verbot-in-braunschweig_aid_420968.html&quot;&gt;3&lt;/a&gt;). Der ursprüngliche Ideengeber der Picknick-Aktion hat nun auch offiziell eine &lt;a href=&quot;http://www.gulli.com/news/ffentliches-picknick-illegal-2009-07-26/&quot;&gt;Demonstration &lt;/a&gt;gegen das Flashmob-Verbot in der Stadt an dem bereits erwähnten Termin angemeldet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier kommt wieder unser alter Bekannter, der &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt&quot;&gt;Streisand-Effekt&lt;/a&gt; ins Spiel: Hätte es keine Intervention der Stadt Braunschweig gegeben, wären vielleicht 100 Personen gekommen, doch nach der Welle der Entrüstung, die die Stadt mit ihrem durch fadenscheinige Argumente gestützten Flashmobverbot erzeugt hat, wird es eine Frage der Zeit sein, bis die Deutsche Bahn einen Sonderzug nach Braunschweig fahren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Update: Nach Informationen des Spiegels soll die Demonstration gegen das Flashmob-Verbot am 22.8. auf dem Braunschweiger Schlossplatz stattfinden und nicht an dem ursprünglich für das Picknick gedachten Tag.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2009-07-28T12:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5720897/">
    <title>&quot;Das Internet wird überbewertet...</title>
    <link>http://limmerstr.twoday.net/stories/5720897/</link>
    <description>...zumindest, wenn es ums produktive Arbeiten geht und/oder man ausnahmsweise nicht Wikipedia als Quelle benutzen darf.&quot;, entgegne ich dem Menschen, der mich, bei Chardonnay in einem Straßencafé sitzend in meinem Schreibfluss unterbricht, indem er mich fragt, ob es hier einen Hotspot gäbe. Seine Frage empfinde ich als vollkommen in Ordnung, da er ein sympathischer Mensch ist. &lt;br /&gt;
Nicht so, wie die Gruppe von Frauen, die sich zu meiner Linken niedergelassen hat und allein durch ihre Anwesenheit schon stört. Das Alpha-Mädchen ist eine Bussi-Tussi-Lehramtsstudentin, welche schon zu Beginn den gesamten Aussenbereich mit ihren Ausführungen über den Jacobsweg beschallt und dabei stolz ihre Jacobsmuschel zeigt. In einem Anflug von Naivität bekomme ich Hunger bei der Erwähnung des Wortes, welches für mich eher mit gutem Essen zu tun hat. Jenes in dem Lokal zu erwarten, in dem ich mich befand erschien mir noch vermessener, nachdem mir die überforderte Servicekraft zunächst einen Chianti anstelle des von mir bevorzugten Chardonnay brachte. Ich kann mich mit einem mittelmäßigen Salat von meiner Arbeit und von den ätzenden Persönlichkeiten am Nebentisch ablenken. &lt;br /&gt;
Meine imaginäre Tagcloud zeigt das Wort &quot;Seele&quot; am größten an: Es sind bisher noch keine fünf Minuten vergangen und schon wünsche ich mir eine &lt;a href=&quot;http://www.germanpsycho.wordpress.com&quot;&gt;Chromaxt&lt;/a&gt; herbei, um nachschauen zu können, ob dieses Wesen wirklich eine solche besitzt oder ob sie nicht vielleicht doch in ihrem Kopf eine sämige Masse aus Schlachtabfällen aromatisiert mit einem Chanel-Imitat aus dem letzten Türkeiurlaub trägt.&lt;br /&gt;
Aber es ist nicht nur ihre penetrante Stimme, welche die meisten spanischaffinen Mädchen haben, und die bei jedem normalen Menschen spätestens nach 10 Minuten Mordfantasien aufkommen lassen, die mich stört. Dass die grottoiden, in Spanien erworbenen Sprachkenntnisse ausgebreitet werden, um den ohnehin schon stauenenden Freundinnen zu imponieren, ist mehr ein Nebeneffekt, der die Situation zwar logischer, aber nicht einfacher für mich macht. &lt;br /&gt;
&quot;Hallo Stefan, ich bin wieder back in town, ich hoffe, dir und deiner Freundin geht es gut und sie hat ihre Therapie erfolgreich abgeschlossen. Würde mich freuen, wenn du noch vorbeikommen würdest.&quot;, quakt sie plötzlich in ihr Mobiltelefon, was von den zu beeindruckenden Freundinnen mit &quot;Sie hat Therapie gemacht? Kraass!&quot; kommentiert wird. &quot;Aha, sie sucht sich auch noch intellektuell unterlegene Freundinnen zum Angeben aus.&quot;, schießt es mir durch den Kopf, bevor die wahrscheinlich schon im Kindergarten an ADHS erkrankte Wortführerin selbiges wieder an sich reißt.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2009-06-12T11:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5644752/">
    <title>Sommer?</title>
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    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;sommer&quot; width=&quot;378&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/limmerstr/images/sommer.jpg&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2009-04-15T10:36:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5368257/">
    <title>Botellones</title>
    <link>http://limmerstr.twoday.net/stories/5368257/</link>
    <description>Seit einiger Zeit schlagen hier immer wieder Ankündigungen einer sogenannten &quot;Interessengemeinschaft Lebendiges Linden 2.0&quot; auf, in denen zur Teilnahme an Botellones aufgerufen wird. Eine Botellon ist eine Art kollektives Vorglühen, es kommt ursprünglich aus Spanien und findet dort meistens auf Plätzen und in Parks statt. Letztes Jahr gab es Berichte darüber, dass auch in Zürich regelmäßig Botellones auf öffentlichen Plätzen stattfinden. Nach bisherigen Erkenntnissen hat es bisher 3 Veranstaltungen dieser Art in der Stadt, in der die Limmerstr. liegt gegeben. &lt;br /&gt;
Die letzte allerdings fand wegen der niedrigen Temperaturen in der Straßenbahn statt, was bei der Polizei in Hinblick auf den im März 2008 stattgefundenen, im Gegensatz zur Botellon politisch motivierten  &lt;a href=&quot;http://hi-hannover.blogspot.com/2008/02/es-darf-wieder-geraved-werden.html&quot;&gt;S&lt;/a&gt;-&lt;a href=&quot;http://de.indymedia.org/2008/03/210495.shtml&quot;&gt;Bahn&lt;/a&gt;-&lt;a href=&quot;http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/66841/1155046/polizeidirektion_hannover&quot;&gt;Rave&lt;/a&gt; wahrscheinlich einen Angstreflex auslöste, dessen Auswirkungen ich im Folgenden beschreiben möchte. &lt;br /&gt;
Die Veranstalter hatten einen Fahrplan ausgearbeitet, der die Teilnehmer mit Bus, U-Bahn und S-Bahn durch die Stadt, in der die Limmerstr. liegt geführt hätte. &lt;br /&gt;
Gerade im Kontext des Polizeieinsatzes wird nochmals von Seiten der Veranstalter betont, dass es sich bei der Botellon um eine reine Spaßveranstaltung ohne politische Hintergedanken handele. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden gebe ich die Erfahrungen meines Freundes M. weiter, der bei der Aktion dabei war. &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&lt;br /&gt;
Die Limmerstr., wo zufälligerweise auch die Anfangshaltestelle lag, war überfüllt mit unauffällig auffälligen Zivilbullen, in den Nebenstraßen hatten sie ihre grauen Passat Kombis abgestellt und schlichen in Zweierteams um die wartenden Botellon-Teilnehmer herum. In der Bahn war das Bild ähnlich: die drahtigen, leicht Asi-mäßig aussehenden Jungs mit Kopfhörern im Ohr waren schlecht getarnte Cops, bei denen man teilweise sogar die Hundemarken erkennen konnte. Dazu kamen noch jede Menge uniformierte Polizisten und Security-Leute. An der Kopernikusstr., wo eigentlich nach einem Kiosk-Stopp ein Umstieg in den Bus geplant war, machten die Polizisten die U-Bahn-Station dicht und hielten die 25 Teilnehmer am alternativsten aussehenden Teilnehmer für ungefähr eine Stunde fest; die bürgerlicher gekleideten Teilnehmer durften die Station verlassen. Die Festgehaltenen erhielten einen Platzverweis für alle Stationen der Botellon und für Hannovers Straßenbahn im Allgemeinen. Der ganze Engelbosteler Damm war gut gefüllt mit Sixpacks, und auch an jeder der 8 Umstiegspunkte wartete jeweils ein Sixpack um die ausgesprochenen Platzverweise kontrollieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Das ist natürlich auch eine gute Art, auf effiziente Weise Geld zu verbrennen... Ich bin gespannt auf den Frühling und die für dann angekündigten Aktionen.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2009-04-02T12:11:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5616612/">
    <title>Zum Fische kaufen nach Apeldoorn</title>
    <link>http://limmerstr.twoday.net/stories/5616612/</link>
    <description>Kurz nachdem der Intercity von Schiphol nach Berlin Hengelo passiert hat, setzt sich ein Mann zu uns. Er spricht uns an, wirkt nervös, versucht eine Art Solidarität unter vermeintlichen Schmugglern zu provozieren, indem er uns ungefragt erzählt, dass der einzig vernünftige Grund, die Niederlande zu besuchen die illegale Einfuhr von Betäubungsmitteln nach Deutschland sei. Auf den Zweck meiner Reise angesprochen, sage ich, dass ich mir Architektur der &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/De_Stijl&quot;&gt;&lt;i&gt;de-stijl&lt;/i&gt;-Gruppe&lt;/a&gt; angeschaut habe und ernte ein verständnisloses Kopfschütteln. Meine Versuche, ihn für den Konstruktivismus der 1920er Jahre zu begeistern, scheinen an ihm abzuperlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Zug Bad Bentheim erreicht, fordert er uns auf, den zehnminütigen Aufenthalt mit ihm bei einer Zigarette auf dem Bahnsteig zu verbringen. Sein Gepäck, das aus einer weißen Plastiktüte besteht, lässt er auf dem Sitzplatz neben uns zurück. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kam so, wie es kommen musste, wir werden von der Bundespolizei angesprochen und nach unseren Ausweisen gefragt. Mein Verdacht bezüglich der illegalen Aktivitäten des unbekannten Mitreisenden scheint sich auf die Beamten übertragen zu haben, nach einer Anfrage bei der Dienststelle wird er nach dem Grund seiner Reise gefragt. Er antwortet, dass er Fische gekauft habe, und zwar, wie er auf Nachfrage angibt, in Apeldoorn. &quot;Unmöglich&quot;, sagt einer der Beamten und schüttelt seinen Kopf genauso, wie es der Mitreisende tat, als ich ihn mit meinem Interesse an niederländischer Architektur konfrontierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Begleitung und ich dürfen gehen, die Beamten begleiten den Mitreisenden ins Wageninnere um sein Gepäck anzuschauen. Ich nehme wieder neben der weißen Plastiktüte Platz, er allerdings geht einfach weiter, die Beamten ihm hinterher. Nach einer Minute kommen sie wieder, er hat wohl in seiner Aufregung vergessen, wo sein Platz war. So ein Fischeinkauf in den Niederlanden scheint eine wirklich spannende Sache zu sein, ich stelle mir vor, wie zwei Kois in der Plastiktüte um ihr Überleben kämpfen und gleich von den Beamten gerettet werden. &quot;Fehlt nur noch das Kamerateam&quot;, denke ich mir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Beamten die Plastiktüte sehen, funkeln ihre Augen kurz auf, einer der beiden entleert ihren Inhalt hastig auf die Sitze, während der andere die Jacken- und Hosentaschen des Mitreisenden durchsucht. In der Plastiktüte befinden sich Mandelhörnchen, eine Tüte Vla sowie eine halbvolle Tüte Kartoffelchips. Erwartungsvoll schauen alle Umstehenden den mit der Taschendurchsuchung beschäftigten Kollegen an, doch das dort gefundene Schlüsseletui, eine Schachtel Zigaretten und Kaugummis scheinen den Verdacht der Grenzschützer nicht zu erhärten und so verabschieden sie sich hektisch-frustriert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Zug den Bahnhof verlässt, wendet sich der Mitreisende abermals an uns um uns den Inhalt seines Schlüsseletuis zu zeigen. &quot;Idioten&quot;, stößt er dabei in einem verachtungsvollen Tonfall mit russischem Akzent aus.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2009-03-30T18:09:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5616525/">
    <title>amsterdam zuid</title>
    <link>http://limmerstr.twoday.net/stories/5616525/</link>
    <description>postmoderne architektur umrahmt das world trade center.&lt;br /&gt;
was hier wohl nach feierabend los ist?&lt;br /&gt;
le corbusier hätte seine freude gehabt&lt;br /&gt;
das einzig nicht geplante an diesem platz ist das wetter&lt;br /&gt;
und es regnet wie zum beweis &lt;br /&gt;
schicke yuppies schlendern durch den bahnhof, auf dem weg zurück in ihre bürotürme&lt;br /&gt;
einer von ihnen trägt sogar hosenträger&lt;br /&gt;
selbst der brötchenverkäufer sieht so so aus, als wäre er bwl-student&lt;br /&gt;
manschettenknöpfe scheinen weit verbreitet zu sein&lt;br /&gt;
welch paradiesischer zustand&lt;br /&gt;
menschen essen nudeln mit erdnusssauce&lt;br /&gt;
in tageslichtdurchfluteten in-cafeterias&lt;br /&gt;
die trolley-gesellschaft macht einen zwischenstop hier,&lt;br /&gt;
trinkt danach einen espresso&lt;br /&gt;
und ist dann schnell wieder im zug nach berlin.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2009-03-30T18:05:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5528692/">
    <title>Meine Musterung</title>
    <link>http://limmerstr.twoday.net/stories/5528692/</link>
    <description>Es war ein dunkler, kalter Wintermorgen, an dem ich mich um 7.00 Uhr im örtlichen Kreiswehrersatzamt einfinden sollte. &lt;br /&gt;
Ich hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, ein paar Monate stupiden Dienst für das Vaterland abzuleisten, allein die frühe Uhrzeit löst mein Unbehagen aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich treffe auf eine Horde schlaftrunkener Pubertierender, die sichtlich eingeschüchtert von dem autoritären Ton der Behörde sind und nur mit Unterhosen, T-Shirts und Adiletten (mit Socken, natürlich) bekleidet in einem kargen Wartezimmer sitzen. &lt;br /&gt;
Dass ich mich nicht dem im Musterungsschreiben angekündigten Diktat des schlechten Geschmacks füge, war mir von Anfang an klar. &quot;Wenn die fähiges Personal wollten, warum legen sie dann die Termine mitten in die Nacht und lassen die Kandidaten so lächerlich bekleidet auf erniedrigende Untersuchungen warten?&quot;, frage ich mich, und beschließe, das umzusetzen, was mir aus dem Unterricht der vergangenen Woche unter dem Namen &quot;ziviler Ungehorsam&quot; in Erinnerung geblieben ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als es darum geht, einen Becher mit Morgenurin zu füllen, fällt mir allerdings keine Ungehorsamshandlung dazu ein, so dass ich einfach tue, was mir befohlen wurde. &quot;Ist doch eigentlich prima, keine Verantwortung tragen zu müssen und einfach nur Befehle auszuführen&quot;, denkt sich ein Teil von mir, während der andere unbedingt ungehorsam sein will. &lt;br /&gt;
Als nächstes folgt ein Hör- und Sehtest, der sich prima für mein Vorhaben eignet: Ich erreiche Ergebnisse, die sonst Menschen vorbehalten sind, die auf einen Blindenhund und ein Hörgerät angewiesen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich kommt der Punkt, auf den ich mich am meisten gefreut habe: Fragen über meinen psychischen Zustand. Ich habe Winterdepressionen, leide an Platzangst und werde von Verfolgungswahn heimgesucht, erzähle ich der Ärztin, welche eifrig die verschiedenen Punkte in ihrer Checkliste abhakt. &lt;br /&gt;
Als wenn ihr das nicht ausreichen würde, steht sie auf, zieht sich die günstigere Version eines Gummihandschuhs über (diese Art von Handschuhen liegen z.B. Haartönungen bei und sind 40% günstiger als Latexhandschuhe) und sagt mir, dass ich mich freimachen solle, damit sie meine Hoden untersuchen könne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich schon lange vorher gefragt, warum ich einer Ärztin meine Hoden zeigen sollte, obwohl weder eine medizinische Notwendigkeit vorliegt noch sich ein Vorteil für mich ergeben könnte. Ich spiele die posttraumatisches-Erlebnis-wegen-sexuellem-Mißbrauch-durch-Arzt-Karte und bitte sie, sich wieder auf die andere Seite des Schreibtisches zu setzen und einen Abstand zu mir einzuhalten.&lt;br /&gt;
Sie zieht sich den Handschuh wieder aus, rollt mit den Augen und reicht mir einen Zettel, auf dem ich unterschreiben soll, dass ich die Untersuchung verweigere. &lt;br /&gt;
Damit war meine Karriere bei der Bundeswehr vorbei, bevor sie angefangen hatte. Ich gehe an den eingeschüchterten Jungs im Wartezimmer vorbei, und sage, dass ich noch nie so einen tollen Orgasmus wie bei dieser Ärztin gehabt habe. Die Mischung aus sexueller Neugier und blanker Angst äußerte sich in einem schüchternen Krächzen, was ich vom Alphatierchen der Gammajungs als Quittung erhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Termin beim Psychiater die Woche darauf ist nur noch eine Formsache: Ich las mir ein paar Symptome für meine o.a. &quot;Leiden&quot; an und zitiere das Gelernte im Gespräch. Fast wie das Lernen für eine Klausur. Nur viel einfacher: Nach einer Viertelstunde wird das Gespräch von zwei im Wartezimmer randalierenden Junkies auf Entzug beendet. &lt;br /&gt;
Seitdem habe ich nie wieder etwas von der Bundeswehr bzw. dem Kreiswehrersatzamt gehört.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2009-02-20T12:41:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5477527/">
    <title>Cebit 2009</title>
    <link>http://limmerstr.twoday.net/stories/5477527/</link>
    <description>Eine Messe in der Stadt, in der die Limmerstraße liegt? Kostenlos? Ab dafür!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber erstmal der Reihe nach: &lt;br /&gt;
Auf der einen Seite verfolgt die Cebit eine Strategie, mit der versucht wird, private Besucher von der Messe fernzuhalten, was u.a. mit astronomisch hohen Eintrittspreisen durchzusetzen versucht wird. Die Frage ist bloß, wer für diese Veranstaltung überhaupt Eintritt zahlt. An jeder Ecke gibt es massenweise Freikarten: Ich erinnere mich an das Barcamp in Hannover letztes Jahr, wo man mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit bei der Anmeldung gefragt wurde, wieviele Freikarten man denn haben wolle. &lt;br /&gt;
Viel scheint sich nicht geändert zu haben, eben tauchte der Link zu einer Freikarte für die Cebit in der Inbox eines meiner Spam-Postfächer auf. Versandt vom Messeveranstalter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Egal, die Cebit macht ja gerade deswegen Spaß: Ich liebe es, die verpickelten, in nicht mehr passende Konfirmationsanzüge gequetschten 16-jährigen zu beobachten, die mit einer schüchternen Dreistigkeit nach allem fragen, was auch nur in entferntester Weise verwertbar erscheint. &lt;br /&gt;
Wenn sie nicht so blöd wären, würden sie sicherlich auch fragen, ob sie eine von den Hostessen mitnehmen könnten. &lt;br /&gt;
Wobei die Kombination des sich in diesem Alter langsam entwickelnden Testosterons mit Unmengen von Traubenzucker, Bonbons und Pfefferminz diese Konstellation gar nicht so unwahrscheinlich erscheinen lässt.&lt;br /&gt;
Aber sie sind ja geschäftlich unterwegs. Branche: Professionalisiertes Abgreifen von Werbegeschenken. Was der Anzug und eigens mit Word Art &quot;gestaltete&quot; Visitenkarten unterstreichen sollen. Einen Blumentopf gewinnen die Beutelratten mit dieser Strategie nicht, eher setzen sie sich für ein Mauspad dem Risiko aus, zwischen einer durch einen schnurrbarttragenden Moderator aufgepeitschten, nach Werbegeschenken und nackter Haut gierenden Menge zerquetscht zu werden.&lt;br /&gt;
Den größten Erfolg haben sie allerdings an südkoreanischen Computerzubehörständen, von denen sie freudestrahlend mit einem Bündel kostenloser CDs in Richtung der nächsten Abgreifmöglichkeit aufbrechen. Die zaghaft aufblühende Männlichkeit der Pubertierenden freut sich, dass das weibliche Standpersonal sie die ganze Zeit angelächelt hat und halten es für einen Ausdruck von Bewunderung. Dass auf den CDs bloß Treiber eines für den kasachischen Markt bestimmten und vor drei Jahren eingestellten USB-Tassenwärmers sind, bemerken sie allerdings erst am heimischen Rechner.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem meine anstrengenden Tag-Termine (irrelevante Informationen in Kombination mit Brezeln und Weißbier bei Microsoft, spannende Gespräche und Bionade bei Start-ups, überforderte Presse-Tanten bei der Telekom) abgeschlossen sind und ich mich von der ästhetischen Umweltverschmutzung erholt habe, fängt meine Lieblingszeit auf der Cebit an: Die Zeit der Standpartys.  Menschen, die versuchen, miteinander zu feiern, aber schrecklich ungelenk dabei wirken, weil sie immer daran erinnert werden, dass sie ja eigentlich geschäftlich unterwegs sind und sich deswegen gezwungen fühlen, plumpe Networking-Versuche zu starten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor ein paar Jahren habe ich einem solchen Kandidaten erzählt, dass ich mit meinem Kompagnon eine Modemfabrik in Nepal plane, weil es gerade Fördermittel dafür gebe. Ich saugte mir ein paar Kennzahlen aus den Fingern und streute regelmäßig Fachbegriffe in die Konversation. Als ich dann noch das überwältigende Medienecho erwähnte (das Stichwort damals war Corporate Social Responsibility) war er begeistert und wollte uns sofort mit Risikokapital versorgen. (Zum Verständnis: Ich war damals 16 oder so.) Er übergab mir eine teuer aussehende Visitenkarte. &lt;br /&gt;
Ein Jahr später schlug ich die Zeitung auf und erkannte den Namen auf der Visitenkarte wieder: Die dazugehörende Person sitze im Gefängnis, weil sie im Rahmen der platzenden Dotcom-Blase einige krumme Geschäfte gemacht haben soll. Zum Glück nicht mit mir. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde dieses Jahr auf jeden Fall dabei sein, vielleicht ergibt sich ja bei einem Wodka-Martini wieder die Gelegenheit, spannende Menschen kennenzulernen, mit denen man die nasehochziehenden Management-Proleten, die immer die Toiletten in der Nähe des Freenet-Stands blockieren, auslachen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich warte bloß noch auf meinen Presseausweis.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2009-01-28T19:05:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5385767/">
    <title>Die darwinistische Hürde</title>
    <link>http://limmerstr.twoday.net/stories/5385767/</link>
    <description>&lt;i&gt;Das Fleisch ist willig, doch der Geist ist rar. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;323&quot; alt=&quot;635-3511_IMG&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/limmerstr/images/635-3511_IMG.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
In unserer heutigen immer &lt;a href=&quot;http://limmerstr.twoday.net/20080824/&quot;&gt;promiskuitiver&lt;/a&gt; und hedonistischer werdenden Gesellschaft ist man immer seltener Herr seiner Sinne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies fiel mir gerade letztens wieder auf, als ich &lt;br /&gt;
auf einer Party beobachtete, dass ein Pärchen es sich in einem Bett gemütlich gemacht hat. Fünf Minuten, nachdem er fertig war (es war wirklich keine Glanzleistung, die er da abgeliefert hat, was aber angesichts des &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Set_und_Setting&quot;&gt;Set und Setting&lt;/a&gt; kein Wunder war), sah ich, dass die Frau sich schon das nächste Opfer in das versiffte Hochbett einer noch versiffteren WG lockte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie oft passiert es wohl täglich in Deutschland, dass man sich neben einer Person wiederfindet, die man bei einer Lichttemperatur von 5500 Kelvin und einem Alkoholpegel von 0 Promille ganz bestimmt nicht mit nach Hause genommen hätte? Die spätere Belästigung mit schwülstigen Liebesgedichten via SMS mangels ausreichender Geheimhaltung der Handynummer stellt hier nur die Spitze des Eisbergs dar. &lt;br /&gt;
Eine gemeinsame Nacht bedeutet doch in der heutigen Zeit nicht mehr als eine unverbindliche Verabredung zum Kaffee, kann aber langwierigere und unangenehmere Nachwirkungen als ein Genitalherpes zur Folge haben. &lt;br /&gt;
Ich sage nicht, dass ich die schnelle und ubiquitäre Verfügbarkeit von Sex ächte, doch bin ich der Meinung, dass mal was an der Qualität getan werden sollte. &lt;br /&gt;
Als ich mit S. einen Nachmittag im &lt;a href=&quot;http://limmerstr.twoday.net/stories/5264693/&quot;&gt;B*ntl*y&lt;/a&gt; verbrachte, fühlte es sich viel schöner und intensiver als nach so manch lasziver Party an. Und das, obwohl wir uns weder küssten, noch übereinander herfielen, (Nein, es lag nicht am Auto, sondern an ihrem blöden Freund) stattdessen hielt ich bloß ihre Hand und streichelte ihren Oberschenkel , um sie wegen meines Fahrstils zu beruhigen, der auf Außenstehende manchmal etwas befremdlich wirkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deswegen habe ich mich schon vor einiger Zeit entschlossen, im Rahmen meines persönlichen &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Kontinuierlicher_Verbesserungsprozess&quot;&gt;KVP&lt;/a&gt; auf dem Weg in mein Bett diverse &lt;i&gt;darwinistische Hürden&lt;/i&gt; einzubauen. Es fing damit an, als ich noch ein Hochbett in einer versifften Studentenbutze hatte, was sehr schwer zu erklimmen war. Survival of the fittest in Reinform. Dies bewahrte mich davor, in halbseidenen Bewußtseinszuständen eine eventuell unpassende, weil unsportliche Frau im Bett zu haben; diesen Fakt hätte sie im schmeichelnden Licht der Nacht verstecken können, wenn es aber darum ging, das Bett zu erklimmen, war der Zeitpunkt der Wahrheit gekommen. Der einzige Ort, der eine ähnliche Kondition verlangte, war die Flugzeugtoilette auf meinem letzten Flug nach Hawaii.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glücklicherweise bin ich aus der versifften Behausung raus, deswegen musste ich mir andere Methoden ausdenken. Bis vor ein paar Monaten war die Wirkungsvollste meine damalige Freundin, was aber auf Dauer auch kein befriedigender Zustand war. &lt;br /&gt;
Meine aktuellen Darwinistischen Hürden sind etwas subtiler im Vergleich zur Ersten: Zynismus, Hosenträger und Manschettenknöpfe.&lt;br /&gt;
Wenn ich nicht gleich als arrogant und zynisch abgestempelt werde, würden sich für mich nicht passende Sexualpartnerinnen spätestens beim Anblick meiner Hosenträger kopfschüttelnd verziehen. &quot;Besser so!&quot;, rufe ich hinterher, glücklich, dass ich eine potenziell unangenehme Situation am nächsten Morgen vor ihrem Zustandekommen entdeckt habe und verhindern konnte.&lt;br /&gt;
Zuhause angekommen (Zur klassischen zu-mir-oder-zu-dir-Frage sei dieser großartige &lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/460844/1/1#texttitel&quot;&gt;Artikel&lt;/a&gt; empfohlen) geht es darum, wie die Dame die Manschettenknöpfe handlet, daran lässt sich sehr gut ihre Erziehung ablesen, was im Bett nur bedingt möglich ist, da sich die meisten jungen Damen im Bett antiproportional zu ihrer bisherigen Erziehung zu verhalten pflegen, jedoch bei weitem nicht so viele, als dass sich daraus eine Regel ableiten ließe. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, eine potenzielle Sexualpartnerin aus meinem Bett zu werfen, weil Sie meine Manschettenknöpfe nicht geöffnet bekäme. Trotzdem fließt dieser Fakt in meine Entscheidungsfindung am nächsten Morgen ein (rauswerfen / Kaffee anbieten / Frühstück / Badewanne und Champagner). &lt;br /&gt;
Wenn ich meine internen Leitlinien nicht schon am Abend davor wieder vergessen habe.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2009-01-13T15:54:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5370663/">
    <title>Meine Probefahrerkarriere II</title>
    <link>http://limmerstr.twoday.net/stories/5370663/</link>
    <description>Ein paar Jahre später war ich mal mit meinem kleinen Neffen bei BMW um Autos anzuschauen, in meiner Nähe stand ein prolliger aber sich beim Verkäufer anbiedernder Auszubildender, der devot nachfragte, ob es denn möglich sei, eine Probefahrt mit einem bestimmten Fahrzeug zu machen. Der Verkäufer spulte souverän sein Standardprogramm ab: &quot;Würde ja gerne, aber sorry, die Zentrale hat uns das Vorführmodell weggenommen.. Nehmen Sie doch einen Prospekt mit&quot; Zwei Minuten später war der Verkäufer bei mir und pries mir die Vorzüge des Wagens an, dabei bot er mir u.a. eine Probefahrt an, die ich selbstverständlich dankend ablehnte. Ich glaube, in der Stadt, in der die Limmerstr. liegt, kennt man mich schon: Ich habe alle einigermaßen passablen Automarken durch, nur von Porsche lasse ich die Finger, weil ich ein ästhetisches Problem mit dieser Prothesen-Marke habe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilweise flattern die Angebote auch einfach so auf meinen Schreibtisch: Vor einiger Zeit erhielt ich im Büro einen cold-call vom hiesigen Audi-Zentrum, man fragte, ob wir nicht unseren Fuhrpark modernisieren wollen. Im ersten Moment war ich genervt, wollte irgendwas blödes sagen und auflegen. Dann hatte ich aber eine bessere Idee: Ich bat um ein Angebot für 3 Audi A3, einen A4 und einen A8. Zwei Tage später war der Vertreter da, wir wurden uns über den Preis einig und ich dankte ihm für den Besuch, bat um seinen Anruf, wenn ich die Investition mit der Geschäftsführung besprochen hätte. Im Herausgehen sagte ich, dass ich am Wochenende Zeit hätte, den A8 auszuprobieren, er solle mir den Wagen doch bitte von Freitag bis Samstag reservieren. So kam es, dass ich mit einem A8 in meine Lieblingshansestadt fuhr, dort nahm ich am Sommerfest eines großen Hamburger Bestattungsinstitutes teil, für dass ich einmal arbeitete. Die von dort mitgenommenen Weinflaschen passten hervorragend in den Cupholder des Audis in der Mittelkonsole. Leider hatten wir keine Gläser mit an Bord, aber der Weg von Ohlsdorf nach St. Pauli vergeht ziemlich schnell in einem solchen Wagen. Später im Pudel-Klub habe ich eine liebenswerte Gestalt zu einer privaten Afterhour eingeladen, wir fuhren zum Elbstrand und besudelten dort die cremefarbenen Ledersitze. Irgendwann kam die Polizei, aber die 15 Euro für verbotenes Parken zahlte ich gerne. Ein Hotel mit vergleichbarem Ausblick und Komfort hätte das Zehnfache gekostet und nicht ein Zehntel so viel Spaß gemacht.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 svennov</dc:rights>
    <dc:date>2008-12-08T14:11:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://limmerstr.twoday.net/stories/5370655/">
    <title>Lichtblicke</title>
    <link>http://limmerstr.twoday.net/stories/5370655/</link>
    <description>Der Grund für meine täglichen Besuche im Krankenhaus ist wahrlich kein Schöner, umso schöner ist es allerdings, dass ich an diesem Ort meinem Faible für Krankenschwestern frönen kann.</description>
    <dc:creator>svennov</dc:creator>
    <dc:subject>Draußen</dc:subject>
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