Gute Hemden - schlechtgekleidete Mitarbeiter
Zufällig stieß ich im Internet auf die Homepage des Maßkonfektionärs Rebmann, der in Hannovers Altstadt jüngst seine zweite Filiale eröffnet hat. Von außen wirkt der Shop etwas zu aufdringlich, was am großzügigen Einsatz von goldener Farbe im Außenbereich liegen mag. Im Innenraum wurden meine Begleitung und ich freundlich von einer Mitarbeiterin begrüßt, da der Berater gerade in einem Gespräch war, bot sie mir und meiner Begleitung einen Espresso an. Nach einiger Wartezeit kam ein Mensch mit einem schlechtsitzenden Anzug und einem kurzärmeligen Hemd, an dessen Kragen wie selbstverständlich eine Krawatte herunterhing auf mich zu; Ich hielt das zunächst für einen schlechten Scherz, war aber zu neugierig auf das Angebot bezüglich Hemden.
Rebmann lässt die Hemden in einem süddeutschen Familienbetrieb fertigen, wie mir erklärt wurde.
Der Mitarbeiter zeigte mir eine große Palette von verschiedenen Stoffen, ein Hemd aus der einfachsten Stoffqualität gab es bereits für 99,-, ich wählte jedoch einen anderen Stoff, mit dem das Hemd 179,- kostete. Es folgten die üblichen Individualisierungsmöglichkeiten wie eine Auswahl verschiedener Kragen, Manschetten und Rückenformen. Nachdem ich klassisch mit der Hand vermessen wurde, bot mir der Mitarbeiter an, den neu installierten Körperscanner auszuprobieren. Dazu musste ich mich bis auf die Boxershorts ausziehen und mich in einem dunklen Raum auf eine markierte Position stellen. Von drei Seiten tastete ein Laserstrahl meine Körpersilhoutte ab und nachdem ich mich wieder angezogen hatte, konnte ich am Bildschirm schon meine vom Computer aus zwei verschiedenen Messungen errechneten Maße ablesen. Die Lieferzeit wurde mit vier Wochen angegeben, man versprach, mich anzurufen, wenn mein Hemd abholbereit sei. Im Herausgehen fiel mir ein, dass ein passendes Einstecktuch keine schlechte Idee sei und bestellte es gleich mit.
Der Anruf kam relativ pünktlich und ich machte mich freudestrahlend auf dem Weg zum Laden, wo ich mein neues Hemd in Empfang nahm. Von der Stoffqualität, der Passform und der Verarbeitung war ich sehr begeistert, bloß ein paar Details hätte ich mir anders vorgestellt: Der Kragen entsprach nicht meinen Vorstellungen, weil die Underbutton-down-Konstruktion gewöhnungsbedürftig war, ausserdem waren mir die Manschetten und der Kragen nicht fest genug und das Hemd hätte ein wenig mehr Taillierung vertragen können.
Einige Wochen später traf ich einen gutgekleideten und viel kompetenteren Menschen in dem Laden. Es war der Geschäftsführer, der sich meinen Änderungswünschen gegenüber aufgeschlossen zeigte und mir eine kostenlose Änderung zusagte. Er versprach sogar, eine Flasche Hierbas anzuschaffen, damit ich bei der nächsten Anprobe einen Carajillo trinken kann. Ich zeigte ihm eines meiner Hemden mit einem, meiner Meinung nach perfekten Kragen, woraufhin er mir versprach, für das aktuelle und die nächsten Hemden einen solchen Kragen anfertigen zu lassen. Ausserdem sprachen wir darüber, den Abstand der oberen Knöpfe zu verändern: Ich wünschte mir, den zweiten Knopf etwas nach unten zu versetzen, damit mein Krawattenschal besser zur Geltung kommt.
Ich werde den interessierten Leser über die Änderung auf dem Laufenden halten, selbstverständlich wird auch ein Foto des Resultats nachgeliefert. Im nächsten Teil dieser kleinen Hemdenserie werde ich über meine Erlebnisse bei dem Hamburger Maßschneider Tom Reimer berichten.
Rebmann lässt die Hemden in einem süddeutschen Familienbetrieb fertigen, wie mir erklärt wurde.
Der Mitarbeiter zeigte mir eine große Palette von verschiedenen Stoffen, ein Hemd aus der einfachsten Stoffqualität gab es bereits für 99,-, ich wählte jedoch einen anderen Stoff, mit dem das Hemd 179,- kostete. Es folgten die üblichen Individualisierungsmöglichkeiten wie eine Auswahl verschiedener Kragen, Manschetten und Rückenformen. Nachdem ich klassisch mit der Hand vermessen wurde, bot mir der Mitarbeiter an, den neu installierten Körperscanner auszuprobieren. Dazu musste ich mich bis auf die Boxershorts ausziehen und mich in einem dunklen Raum auf eine markierte Position stellen. Von drei Seiten tastete ein Laserstrahl meine Körpersilhoutte ab und nachdem ich mich wieder angezogen hatte, konnte ich am Bildschirm schon meine vom Computer aus zwei verschiedenen Messungen errechneten Maße ablesen. Die Lieferzeit wurde mit vier Wochen angegeben, man versprach, mich anzurufen, wenn mein Hemd abholbereit sei. Im Herausgehen fiel mir ein, dass ein passendes Einstecktuch keine schlechte Idee sei und bestellte es gleich mit.
Der Anruf kam relativ pünktlich und ich machte mich freudestrahlend auf dem Weg zum Laden, wo ich mein neues Hemd in Empfang nahm. Von der Stoffqualität, der Passform und der Verarbeitung war ich sehr begeistert, bloß ein paar Details hätte ich mir anders vorgestellt: Der Kragen entsprach nicht meinen Vorstellungen, weil die Underbutton-down-Konstruktion gewöhnungsbedürftig war, ausserdem waren mir die Manschetten und der Kragen nicht fest genug und das Hemd hätte ein wenig mehr Taillierung vertragen können.
Einige Wochen später traf ich einen gutgekleideten und viel kompetenteren Menschen in dem Laden. Es war der Geschäftsführer, der sich meinen Änderungswünschen gegenüber aufgeschlossen zeigte und mir eine kostenlose Änderung zusagte. Er versprach sogar, eine Flasche Hierbas anzuschaffen, damit ich bei der nächsten Anprobe einen Carajillo trinken kann. Ich zeigte ihm eines meiner Hemden mit einem, meiner Meinung nach perfekten Kragen, woraufhin er mir versprach, für das aktuelle und die nächsten Hemden einen solchen Kragen anfertigen zu lassen. Ausserdem sprachen wir darüber, den Abstand der oberen Knöpfe zu verändern: Ich wünschte mir, den zweiten Knopf etwas nach unten zu versetzen, damit mein Krawattenschal besser zur Geltung kommt.
Ich werde den interessierten Leser über die Änderung auf dem Laufenden halten, selbstverständlich wird auch ein Foto des Resultats nachgeliefert. Im nächsten Teil dieser kleinen Hemdenserie werde ich über meine Erlebnisse bei dem Hamburger Maßschneider Tom Reimer berichten.
svennov - 21. Jul, 20:35
2 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Dennis (Gast) - 21. Jul, 21:56
Hey Sven,
ich trage auch gerne Hemden. Bin aber mehr so der ich-bestell-meine-hemden-bei-esprit-und-trage-sie-locker Typ. Jetzt ist die Frage ob es sich wirklich lohnt 179 Taler aufm tisch zu legen für das eine perfekte Hemd. Warst du schon immer so... Spendabel was deine Hemden angeht?
Habe da aber schon ein gewisses Interresse ob man die Qualität und vorallen den Preis und die verschiedenen Kragen und Ärmel wirklich merkt. Will aber eher nicht in einen laden schlendern und mich von den Mitarbeitern belächeln lassen.
Und überhaupt: hast du Geld zuviel? :D
ich trage auch gerne Hemden. Bin aber mehr so der ich-bestell-meine-hemden-bei-esprit-und-trage-sie-locker Typ. Jetzt ist die Frage ob es sich wirklich lohnt 179 Taler aufm tisch zu legen für das eine perfekte Hemd. Warst du schon immer so... Spendabel was deine Hemden angeht?
Habe da aber schon ein gewisses Interresse ob man die Qualität und vorallen den Preis und die verschiedenen Kragen und Ärmel wirklich merkt. Will aber eher nicht in einen laden schlendern und mich von den Mitarbeitern belächeln lassen.
Und überhaupt: hast du Geld zuviel? :D
ColaPernod (Gast) - 15. Aug, 01:27
Auf das Resultat bin ich echt gespannt und würde das Foto gern betrachten. Mal sehen ob es sich lohnt.

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