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Samstag, 13. Dezember 2008

Wollt ihr die totale Amnesie?

Dann empfehle ich einen Besuch in einem Mädchen-Schnick-Schnack-Laden. Aber der Reihe nach:
Reißende Privatparty in einer Kleingartenkolonie.

Am nächsten Nachmittag erwachte ich halbnackt (das Hemd konnte ich noch aufknöpfen, an den Manschettenknöpfen bin ich allerdings gescheitert) auf meinem Flokati im Wohnzimmer. Nach zwei halbwachen Stunden in dieser Position wußte ich zwar immer noch nicht, was den Tag zuvor passierte, doch hatte ich zumindest genug Energie, mich mit meinem Macbook ins Bett zu bewegen, wo ich für den Rest des Tages Nahtoderlebnisse und diverse Halluzinationen erlebte. Ich hätte niemals gedacht, dass Miles Davis so psychedelisch sein kann. Aber wahrscheinlich war ich es eher.

Es ist nicht so, dass ich diese Seite an mir nicht kenne, trotzdem finde ich es komisch, dass ich mich am nächsten Tag auf dem Weg ins Büro immer noch fühle, als hätte ich 3 Tage nicht geschlafen. Ich weiß immer noch nicht, was zwischen den letzten Erinnerungen der Party und meinem Erwachen passierte, deswegen rufe ich H. an. Langsam kommt die Erinnerung wieder:

Irgendwann ging der Grey Goose zur Neige, deswegen nahm ich einen großen Schluck aus einer grob ähnlich aussehenden Flasche, was sich später als böser Fehler herausstellte. Es war eine Flasche Lampenöl, die ein blödes Mädchen der Mädchen-Gastgeberin als Zugabe zum pinken iPod und zur Öllampe schenkte und neben die Bar stellte.
H., mit dem ich ein gentlemens agreement bezüglich gegenseitiger Unterstützung bei der Notevakuierung des Mageninhalts habe, steckte mir meinen Finger in den Hals, (was sich im Nachhinein auch als Fehler herausstellte, da Lampenöl durch seine niedrige Viskosität, geringe Oberflächenspannung und den niedrigen Dampfdruck dazu neigt, beim Verschlucken oder Erbrechen in die Luftröhre zu kriechen oder eingeatmet zu werden) so dass sich eine große Menge Kappa-Makis mit Chardonnay und Wodka auf den Boden ergossen. Wenigstens blieben meine Schuhe und die Hose dabei sauber.
Sie wollten mich ins Krankenhaus bringen, doch ich lehnte schimpfend ab. Das letzte, was ich in dieser Situation gebrauchen konnte, war, in der Notaufnahme neben Prekariatsangehörigen zu sitzen, die sich nach einem verhurten Wochenende ihr eingeschlagenes Gesicht wieder richten lassen wollten. (Warum heißt es überhaupt Krankenhaus und nicht Genesungsanstalt?) Deswegen begleiteten mich H. und L. nach Hause und saßen neben dem Flokati, bis ich einschlief.

Da es mir immer schlechter geht, beschließe ich am späten Montagnachmittag, mich zum Arzt fahren zu lassen, der erste hat Urlaub, der zweite schickt mich direkt ins Krankenhaus. Da das für die Limmerstr. zuständige Krankenhaus in einer sehr prekären Umgebung liegt und ich immer noch keine Lust habe, in einer abgefuckten Notaufnahme zu sitzen, entschließe ich mich, ein abgelegenes Krankenhaus in einem gehobeneren Viertel zu besuchen. Da meine Fahrerin (eine Freundin) schon weg ist und ich in meinem Bewußtseinszustand keine Lust habe, neben einem fremden Menschen in einem Taxi zu sitzen, muss ich notgedrungen selbst fahren, es gibt glücklicherweise noch keinen Paragraphen, der die Teilnahme am Strassenverkehr unter Lampenöleinfluß verbietet, deswegen fühle ich mich einigermaßen sicher am Steuer.
Der weite Weg hat sich gelohnt: Ich musste keine zehn Minuten warten, schon wurde ich von einer bildhübschen Ärztin abgeholt. Normalerweise kennt sie Lampenölvergiftungen nur von kleinen Kindern, deswegen fragt sie zweimal nach. "Ich bin zwar schon über 18, aber vom Erwachsensein trotzdem noch weit entfernt, wie sie vielleicht merken.", antworte ich. Meine Schmerzen schiebt sie auf das Rauchen, schimpft über den ungezügelten Alkoholkonsum. Helfen konnte sie mir nicht, aber sie nahm mir wenigstens meine Angst, dass ich in den nächsten 24 Stunden an einer Lampenölüberdosis sterben könnte. Eine Woche später waren die Nachwirkungen dann auch schon vorbei und ich konnte wieder einem geregelten Tagesablauf nachgehen.

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krustyDC (Gast) - 14. Dez, 15:23

hehe

if you gotta be dumb, you gotta be tough ;-)

Außerdem, merke: keine Manschettenknöpfe in Kleingartenkolonien

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der alltägliche Wahnsinn zwischen Ihmezentrum und Kötnerholzweg, Uni, Büro und fremden Küchen, maßgeschneiderten Anzügen und ranzigen Clubs... Schreiben Sie mir unter svennov @ yahoo.de oder folgen Sie mir bei twitter: twitter.com/svennov

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