Blut und Sperma
Irgendwann nach Heiligabend besuchte mich L. in meinem Hamburger Exil. Eigentlich plante ich eine Party in meiner Suite, da ich schon immer mal wissen wollte, wieviele Menschen dort mehr oder weniger komfortabel nächtigen können. Aber es kam nur L., dafür hatte er eine große Menge an hochwertigen Spiritousen in seinem Handgepäck, die wir verkosteten, bis es an der Zeit war, das Hotel zu verlassen. Im Le Fonque trafen wir den weiblichen Teil der Symbiose wieder und ließen dort zur Freude der Gäste und des Personals (der Barkeeper war genauso lahm wie an Heiligabend und mehr mit der Stillung seines eigenen Dursts beschäftigt) eine Flasche Wodka-Cola herumgehen. Am Hamburger Berg waren wir nur kurz, da dort alles mit betrunkenen 17-Jährigen verstopft war, L. war hinter den jungen Backfischen her, so dass ich ihn dort wegreißen musste, um danach mit ihm weiter ins Uebel und Gefährlich zu gehen. Der Laden ist im Obergeschoss eines alten Bunkers angesiedelt, es gibt sogar einen Fahrstuhlführer, der sich zu einem Alleinstellungsmerkmal des Clubs entwickelt hat, allerdings bräuchte er noch etwas Nachhilfe in Bezug auf verschiedene Konnotationen des Wortes "Nazi", auch in Verbindung mit der Geschichte der Location.
Auf dem Weg in den nächsten Club stolpere ich über irgendetwas und falle hin, was eine ziemlich große, blutige Sauerei anrichtet. "Ein Glück", denke ich, "dass ich meine fleckensichere Hose anhabe und dass Hemd und Sakko noch ganz sind". Haut und Knochen können nachwachsen, Stoff nicht.

L. will mich ins Krankenhaus fahren lassen, nicht wissend, dass ich eine Abneigung habe, nachts öffentliche Krankenhäuser zu besuchen. Im Taxi streiten wir uns: er will ins Krankenhaus, ich wieder zurück ins Hotel. Fast fangen wir an, uns deswegen zu schlagen. Den Taxifahrer lässt das kalt, er und sein Taxi sehen so aus, als bekäme er solche Auseinandersetzungen drei Mal pro Tag mit. Am Ende setze ich mich durch und wanke noch vor Sonnenaufgang in mein zu dem Zeitpunkt noch blütenweißes Bett, nicht ohne vorher die süße, unsichere Auszubildende an der Rezeption um ein Pflaster zu bitten, dass ich später ungetragen in den Mülleimer entsorgen werde.
Am übernächsten Tag höre ich die Zimmermädchen tuscheln, dass den Tag zuvor ein Jüngling aus Zimmer 733 schlich und dass das ganze Bett mit Blut und Sperma besudelt gewesen sei. Hui, das muss eine Party gewesen sein!
Auf dem Weg in den nächsten Club stolpere ich über irgendetwas und falle hin, was eine ziemlich große, blutige Sauerei anrichtet. "Ein Glück", denke ich, "dass ich meine fleckensichere Hose anhabe und dass Hemd und Sakko noch ganz sind". Haut und Knochen können nachwachsen, Stoff nicht.

L. will mich ins Krankenhaus fahren lassen, nicht wissend, dass ich eine Abneigung habe, nachts öffentliche Krankenhäuser zu besuchen. Im Taxi streiten wir uns: er will ins Krankenhaus, ich wieder zurück ins Hotel. Fast fangen wir an, uns deswegen zu schlagen. Den Taxifahrer lässt das kalt, er und sein Taxi sehen so aus, als bekäme er solche Auseinandersetzungen drei Mal pro Tag mit. Am Ende setze ich mich durch und wanke noch vor Sonnenaufgang in mein zu dem Zeitpunkt noch blütenweißes Bett, nicht ohne vorher die süße, unsichere Auszubildende an der Rezeption um ein Pflaster zu bitten, dass ich später ungetragen in den Mülleimer entsorgen werde.
Am übernächsten Tag höre ich die Zimmermädchen tuscheln, dass den Tag zuvor ein Jüngling aus Zimmer 733 schlich und dass das ganze Bett mit Blut und Sperma besudelt gewesen sei. Hui, das muss eine Party gewesen sein!
svennov - 8. Jan, 14:01
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